Navigation
Malteser Erftstadt

Norovirus in Erftstadt - Malteser üben den Ernstfall

04.11.2018

Ein großes Aufgebot unserer Einheit wurde am Samstagmittag in das Pfarrzentrum St. Killian nach Erftstadt-Lechenich alarmiert. Rund zwei Dutzend Kinder und Jugendliche hatten sich während einer Jugendfahrt mit dem Norovirus infiziert und wurden von heftigen Bauchkrämpfen, Durchfall und Erbrechen geplagt. Einige von ihnen waren dadurch so stark geschwächt, dass sie das Bewusstsein verloren.

Christoph Grimberg, Leiter Notfallvorsorge, beobachtete das Geschehen rund um das Pfarrzentrum voller Konzentration, denn glücklicherweise war dieses Szenario nicht real. Es war eine intensiv geplante Übung. Die Erkrankten waren Schauspieler der Malteser Jugend und der Jugendfeuerwehr aus Erftstadt-Kierdorf, die durch das Team für realistische Notfalldarstellung der Malteser aus Meckenheim täuschend echt kränklich und blass mit dicken Schweißperlen auf der Stirn geschminkt wurden.

Dabei wurde vor allem die Arbeit unserer rund 25 ehrenamtlichen Einsatzkräfte, die auf den Alarm am Samstagmittag reagiert haben, beobachtet. Zunächst war es wichtig sich ein Bild von der Lage zu machen, alle Erkrankten kurz zu untersuchen, die sogenannte Erst-Priorisierung beziehungsweise Erst-Sichtung durchzuführen um dann am Ort der größten Not, also den am schwersten Erkrankten helfen zu können.

Hierzu erhielt jeder Patient eine Patientenanhängetasche. Mit ihr ist, dank eines Farbschemas, auf einen Blick zu erkennen wer am schwersten betroffen ist. Rot bedeutet akute Lebensgefahr, Gelb schwer und Grün leicht erkrankt. Dieses System ist in ganz NRW einheitlich. So können sich Katastrophenschutzeinheiten aus allen Landesteilen schnell miteinander verständigen.

Dann begann die Behandlung der Erkrankten. Auf ärztliche Anweisung wurden den Patienten die vorbereiteten Infusionen angelegt, Schmerzen gestillt und neben den medizinischen Aspekten die weitere Behandlung in geeigneten Krankenhäusern organisiert.

Die organisatorische Abwicklung einer solchen Einsatzlage ist komplex. Kommunikationswege müssen eingerichtet, Einsatzräume geordnet und Krankenhausbetten für die Patienten organisiert werden.  Als besondere Schwierigkeit für die Einsatzkräfte mussten diese Aufgaben, aufgrund der potenziell möglichen Ansteckungsgefahr, unter Infektionsschutzbedingungen in speziellen Schutzanzügen erfüllt werden.

Auch wenn die Übung sehr gut verlaufen ist, nehmen wir immer viele Erkenntnisse mit, die im kommenden Ausbildungsplan aufgegriffen werden.

Zum Abschluss der erfolgreichen Übung bedankte sich Daniel Flohr, Stadtbeauftragter der Malteser in Erftstadt, bei allen Übungsteilnehmern und lud zum gemeinsamen Abendessen ein.

Spenden Malteser Erftstadt: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE48370601930101414019  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7